Co-Abhängigkeit
Was bedeutet Co-Abhängigkeit?
Co-Abhängigkeit ist ein Sammelbegriff für verschiedene Verhaltensweisen gegenüber einem Suchtkranken, die dessen Sucht zusätzlich fördern[2]. Co-Abhängiges Verhalten kann von Angehörigen oder nahestehenden Personen ausgehen und dazu beitragen, die Symptome einer Abhängigkeitserkrankung zu verstärken oder zu fördern[3][4]. Der Begriff „Co-Abhängigkeit“ bezieht sich auf Verhaltensweisen von Angehörigen sowie auf Beziehungsaspekte zwischen einem Suchtkranken und seinen Angehörigen, die eine Bedeutung für die Entstehung, Verstärkung oder Förderung von Suchtverhalten haben können[1].
Co-Abhängiges Verhalten enthält seinerseits Suchtaspekte und verstrickt andere in co-abhängiges Verhalten. Der Co-Abhängige hat seine eigenen Motive. Co-Abhängiges Verhalten ist aus psychoanalytischer Sicht eine Form der Abwehr eigener angstbesetzter Bedürfnisse und Gefühle, kann aber auch ein Hinweis auf eine andere, eigene Sucht sein[2]. Co-Abhängigkeit hat viele Gesichter. Steht am Anfang noch im Vordergrund, das Verhalten des Suchtkranken zu entschuldigen und ihn zu schützen, folgt oft eine Phase der Kontrolle. In dieser versucht die coabhängige Person, die erkrankte Person vom Drogenkonsum oder süchtigen Verhalten abzuhalten – meist erfolglos[4].
Aktuelle Tendenzen in der Suchtforschung gehen dahin, unter Co-Abhängigkeit jedes suchtfördernde Verhalten – unabhängig von der Art der Sucht – zu verstehen[1]. Der Betroffene ist in problematischer Weise in die Sucht eines nahestehenden Menschen verstrickt. Das co-abhängige Verhalten ist stark ausgeprägt, sodass eine co-abhängige Störung vorliegt[5]. Einige Experten kritisieren jedoch den Begriff „Co-Abhängigkeit“, da er impliziert, dass die Verschlechterung der Beziehung auf das Verhalten des Co-Abhängigen zurückzuführen ist.